Mecklenburgische Ostseeküste
Die touristische Region „Mecklenburgische Ostsee“ ist ein etwa 15 km breiter Küstenstreifen zwischen der Lübecker Bucht bei Travemünde in Schleswig Holstein und der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst bei Ribnitz-Damgarten. Über die Autobahnen A 19 und A 20 ist die Region aus allen Himmelsrichtungen gut erreichbar.
Die gesamte Küste erweist sich als sehr vielfältig. So gibt es breite feinsandige Dünenstrände, Steinstrände und auch bewaldete Steilküsten.
Die günstige Verbindung von jodhaltiger Meeresluft und lokalem Reizklima ließ an der Küste etliche Kur- und Heilbäder entstehen. Das älteste deutsche Ostseebad, Heiligendamm, wurde bereits 1793 durch den damaligen Herzog von Mecklenburg gegründet. Die „weiße Stadt am Meer“, wie sie aufgrund ihres klassizistischen Baustils genannt wird, erstrahlt heute durch den Bau eines Kempinski-Ressorts in neuem Licht. Weitere bekannte Seebäder, die durch aufwendige Restauration der typische Bäderarchitektur und umfangreichen Neubau nichts vom Charme vergangener Jahre verloren haben, sind Boltenhagen, Rerik, Kühlungsborn, Nienhagen, Warnemünde und Graal-Müritz. Im Ostseebad Warnemünde findet alljährlich die Hanse-Sail statt, ein Volksfest, wo sich ca. 200 historische Großsegelschiffe zu einer Regatta zusammenfinden und von mehreren tausend Mitseglern begleitet werden. Kultur- und Unterhaltungsangebote runden das Erlebnis vor dieser atemberaubenden Kulisse ab.
Neben dem ältesten Ostseebad Deutschlands, befindet sich an der mecklenburgischen Ostseeküste auch das jüngste. So wurde erst kürzlich die gesamte Insel Poel zum Seebad erklärt. Die Insel Poel liegt in der Wismarer Bucht und ist der Hansestadt Wismar vorgelagert. Hier pulsiert das Leben nicht so stark wie in den anderen Erholungsorten, sondern ist eher für ruhesuchende Naturliebhaber interessant.
Neben diesen Kur- und Erholungsorten bilden die alten Hansestädte Rostock und Wismar die kulturellen Zentren dieser Region. In Rostock befindet sich die älteste Universität Nordeuropas (1419) und der Überseehafen, der der bedeutendste Warenumschlagplatz des Bundeslandes ist. Weiterhin legen in regelmäßigen Abständen riesige Kreuzfahrtschiffe an. Die Hanse hat auch weitgehend den Baustil in den Stadtkernen geprägt. So findet man hier typische Giebelhäuser und Kirchen in gotischer Backsteinkunst. Aufgrund der großen Anzahl von Sehenswürdigkeiten dieser Art wurde die Stadt Wismar als Weltkulturerbe unter besonderen Schutz der UNESCO gestellt.
Nicht minder interessant ist das hüglige, von Wäldern durchzogene Hinterland der Mecklenburgischen Ostseeküste. Entlang der neuen A 20 oder der B 105 kommt man immer wieder an idyllischen Dörfern und Kleinstädten vorbei, die mit ihren zumeist gotischen Kirchen ihre Besucher faszinieren. Besonders beeindruckend ist das Doberaner Münster in Bad Doberan. Hier befindet sich auch der Ausgangspunkt für eine weitere Attraktion, längst nicht nur für Touristen. Die dampfbetriebene Kleinbahn mit dem liebevollen Namen „Molli“ befördert ihre Gäste zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn.